Vergiftungen durch Oxalsäure? Drucken E-Mail

Welcher Garnelenhalter kennt nicht das Gerücht das, nach einsetzen von Anubien und Cryptocorynen, vermehrt Garneln starben.

altAnubien und Cryptocorynen sollen bei Verletzungen, Rückschnitt der Blätter und Teilung der Pflanzen, was oft vor dem Einsetzen der Pflanzen geschieht, um Steinwolle oder beschädigte Blätter zu entfernen, Oxalsäure (die für Garnelen giftig sein soll) ins Wasser abgeben, die bei Fischen zumindest keinen unmittelbaren Schaden verursacht, aber für Garnelen offensichtlich giftig sein soll.

Es ist richtig, dass Aronstabgewächse, zu denen auch Cryptocorynen und Anubien gehören, nach Verletzung oder Rückschnitt der Blätter Oxalsäure an dasWasser abgeben. Allerdings handelt es sich um so geringe Mengen, dass die austretende Oxalsäure so sehr verdünnt wird, dass sie keine Auswirkung auf Garnelen haben kann.

Ein eigener Test, bei dem wir mehrere Anubien in einem Mixer zerkleinerten und den daraus entstandenen Saft in ein 54 l-Aquariummit verschiedenen Garnelen gaben, bewirkte keinerlei Ausfälle oder auch nur Anzeichen einer Vergiftung, obwohl hier die Konzentration um ein 1000faches höher lag als nach einem Rückschnitt einiger Blätter. Bei den Folgen, die in diesem seit Jahren kursierenden Gerücht geschildert werden, handelt es sich mit größter Wahrscheinlichkeit umdie Wirkung nicht vorgewässerter Pflanzen, die Dünger- oder Schädlingsbekämpfungsmittelrückstände enthielten und dadurch das Garnelensterben auslösten.

Auch bei Kauf neuer Aquarienpflanzen sollte man diese vor Einbringen in ein Garnelenbecken gründlich mit Waser abspülen. An einigen Pflanzen können noch Rückstände von Pflanzgärtnereien sein die ihre Pflanzen Düngen oder mit Schädlingsbekämpfungsmitteln besprühen. Besonders dieses Problem wurde schon vielen Garnelen zum Verhängnis.

Anubien oder Cryptocorynen also nur wegen dieser Tatsache als böse Garnelenkiller darzustellen halten viele für völlig übertrieben.

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