Hepatopankreas Drucken E-Mail

Weiße Garnele mit nekrotisierende hepatopancreatitis. Deutlich ist ein Rückgang der größe der Verdauungsdrüse (Hepatopancreas) zu erkennen.Ein Befall des Hepatopankreas (Verdauungsdrüse der Krebstiere) auch Nekrotisierende hepatopancreatitis genannt, wurde das erste mal offiziel aus Vietnam gemeldet und wird durch verschiedene Arten von alpha-proteobacterium verursacht. Wichtige Vertreter in der Garnelenaquakultur sind unter anderem in den Gattungen Rhodospirillum, Acetobacter, Rickettsia, Paracoccus, Zymomonas, Rhizobium, Bartonella, Brucella und Nitrobacter zu finden. Unter den Alphaproteobakterien kommen zahlreiche aquatisch lebende Arten vor. Hohe Anteile dieser Bakterien in Gewässerproben zeigen oft oligotrophe Verhältnisse an.

Bei Flusskrebsen hat man bisher nur die Gattung Rikketssia und Coxiella entdeckt und beschrieben. Rickettsien sind Bakterien die mit einer Ausnahme als obligat Intrazelluläre Parasiten leben (Lebensform, die nur innerhalb einer Zelle ein Parasit ist und sich dort vermehren kann). Bis auf einen Erreger werde Ricketssien durch Arthropoden übertragen. Rickettsien werden in drei Gattungen eingeteilt. Rikkettsia, Rochalimaea und Coxiella.

Die Gattung Rikkettsia wurde bisher allerdings nur einmal bei C. quadricarinatus nachgewiesen. Der Rickettsiose-ähnlicher Organismus Coxiella ruft eine Systemerkrankung hervor und wird im Zusammenhang für eine hohe Sterblichkeit beim Cherax quadricarinatus (Redclaw) in Australien verantwortlich gemacht. Dieser Erreger wurde kürzlich auch als Coxiella cheraxi benannt.

Krebstiere die bekannt für eine Anfälligkeit dieser Krankheit sind, sind unter anderem Blau Garnele (Penaeus stylirostris), Nord-braune Garnele (Penaeus aztecus), Nord-weiße Garnele (Penaeus setiferus), Weiße Garnele (Penaeus vannamei), Gelbbein Garnele (Penaeus californiensis) und Cherax quadricarinatus (Red Claw). Die Krankheit kann aber auch jede andere Garnelen und Krebsart befallen.


Symptome

Dunkelfärbung an der Basis der Schwimmbeinpaare, wier hier bei einer Weißen Garnele (Penaeus vannamei) ist ein Hinweis auf eine nekrotisierende hepatopancreatitis. Die Krankheit wird entweder direkt von den Elterntieren auf die Jungtiere oder durch Kannibalismus übertragen. Anfangs verursachte die Krankheit eine schwache Sterblichkeitsrate. Es kann zu Abmagerung, weicher Schale, schwarzen Kiemen und geringem Wachstums bei jungtieren kommen.

Im späteren Verlauf steigt diese jedoch täglich an. Anzeichen bestehen in einer starken Lethargie, die kurz vor dem Tod beobachtet wurde, die Augen zeigen eine starke Nekrose und es zeigt sich eine Rotfärbung des gesamtem Körpers kurz nach dem Tod.

Eine solche Infektion ist in australischen Zuchtfarmen und in mehrerer Zuchtbetrieben beschrieben worden, bei denen in den ersten Tagen nur vereinzelt, dann täglich immer mehrere bis zu 300 Tiere und am Ende der Infektion 24.000 Tiere gestorben sind.

Bei hohen Temperaturen ca. 28 °C beginnt die Sterblichkeitsrate nach einer Inkubationszeit von zwei Tagen, und endet am 20. Tag mit einer Mortalität bis zu 90% und mehr.

Bei niedrigeren Temperaturen (Raumtemperatur) ist die Infektion vergleichbar, aber die Sterblichkeitsrate verzögert sich mit einer Inkubationszeit von 8 Tagen und Verluste von einem ganzen Bestand bis zum 28 Tage nach der Infektion. Bei Flusskrebsen die mit infizierten Tieren gefüttert wurden, zeigte sich eine Inkubationszeit von 10 Tagen.


Behandlung

Eine Bekämpfung von Ricketssien gestaltet sich etwas schwer. Das Wachstum von Rickettsien wird durch verschiedene Tetracycline, Chloramphenicol und Erytromycin jedoch gehemmt, was den Flusskrebsen die Möglichkeit bietet ihr Immunsystem wieder etwas aufzubauen. Eine 100% Bekämpfung des Erregers besteht jedoch nicht. Penicillin und Streptomycin sind weniger, Sulfonamide gar nicht wirksam. Hauptsächlich werden in der Aquakultur hochwirksame Tetracycline eingesetzt. In geringem Umfang auch Chlorampheniciol. 

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