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Mikrosporidiosis wurde bisher nur regelmäßig in freilebenden Flusskrebspopulationen beobachtet, da die
Krankheit aufgrund ihrer offensichtlichen klinischen Zeichen, der
Weißfärbung der Muskulatur im Schwanzbereich, leicht erkannt werden kann. Daher wird diese Krankheit bei Flusskrebsen auch Porzellanschwanzkrankheit genannt. Die Häufigkeit von Mikrosporidiosis bei wilden Krebspopulationen liegt normalerweise
bei weniger als 1%, aber es gibt einige Berichte bei denen eine höhere Häufigkeit auftrat. Mikorsporidiose-Erreger, die Flusskrebse infizieren können,
gehören zu den Familien der Thelohania, Pleistophora, Ameson und
Vavraia. Der Erreger Thelohania contejeani wurde bisher am häufigsten bei unseren europäischen Flusskrebsarten entdeckt, der Erreger Vavraia parastacida meist beim C. destructor (Yabby). Züchter von C. quadricarinatus
haben berichtet, daß sie innerhalb der ersten ein bis zwei Jahre nur
wenige befallene Flusskrebse nach zusetzen aus der freien Wildbahn, die sie ihrer Zuchtanlage zuführten, gesehen hatten, aber seither keine Infektionen mehr auftraten. Bei Nachzuchten in halb-intensiven Systemen lebende Flusskrebse in der Aquakultur und
in der Aquaristik, konnte der Mikrosporidiose Erreger aber nur sehr
selten nachgewiesen werden und tritt in geschlossenene Aquakultur Systemen und in der Aquaristik nur bei importierten Wildfängen auf. Obwohl man hierfür noch keinen Grund gefunden hat, könnte es
sein, daß die Mikrosporidiose-Erreger, die Flusskrebse infizieren,
eventuell komplizierte Lebenszyklen haben und zusätzlich zum Flusskrebs
noch einen weiteren Wirt für ihre Vermehrung und Ausbreitung benötigen.
Diese anderen Wirte könnten Fische oder
andere Tiere sein, die aus den semiintensiven Systemen ausgeschlossen
sind. Es gibt einige Beweise, die diese Theorie unterstützen, da es
mehrere Berichte fehlgeschlagener Versuche und keine Berichte
erfolgreicher Versuche gibt, bestimmte Mikrosporidiose-Erreger,
insbesondere die Thelohania oder Thelohania-ähnlichen Spezies, durch
Fütterung von infiziertem Gewebe an gesunde Krebse derselben
Spezies zu übertragen. Selbst wenn Mikrosporidiosi durch Kannibalismus
auf Flusskrebse übertragen werden könnte, die sich
von den infizierten Geweben ernähren, waren Langdon und Thorne
(1992) dennoch der Meinung, dass die Krankheitserreger einen weiteren
Wirt zur Vervollständigung ihres Lebenszyklus benötigen würden. Was allerdings weder bestätigt, noch abgewiesen werden kann. Daher und aufgrund der vielen Berichte über das
Auftreten der Krankheit in Wildpopulationen sollte man zur Sicherheit infizierte tote Tiere, um eine mögliche Übertragung durch Kannibalismus auszuschliesen, aus der Anlage entfernen. Symptomen
Bei Befall färbt sich das Hinterteil des Krebses auf der Unterseite, das normalerweise farblos durchscheinend aussieht, milchig weiß. Im fortgeschrittenen Stadium zeigt sich diese Muskulatur porzellanweiß gefärbt. Im Endstadium zeigen die Tiere ein lethargisches Verhalten und verweigern die Nahrungsaufnahme.
Vorbeugung
Zugekaufte oder neu erworbene Wildfänge nicht in einem bereits vorhandene Stamm mit einbringen sondern separat oder in Quarantäne halten.
Behandlung
Da diese Zellparasiten in den Muskelzellen des Wirtes leben, ist eine Behandlung durch Zugabe von Medikamenten in das Wasser wirkungslos. Früher wurden versuche mit Malachitgrünoxalat verwendet welches dem Futter beigefügt wurde, was teilweise erfolg zeigte. Ein bestimmtes Medikament das die Krankheit bekämpft, gibt es jedoch nicht. Befallene Tiere sollten auf jedenfall isoliert gehalten werden.
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