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Folgende Beobachtungen über bakterielle Infektionen bezieht sich in
erster Line auf Garnelen im Aquarium, kann aber im Prinzip auf andere wasserbewohnende Tiere übertragen werden. Welcher Garnelenhalter kennt folgendes Szenario nicht?
Man
hat ein gut funktionierendes und seit langem eingelaufenes
Garnelenaquarium, die Garnelen vermehren sich prächtig und ohne
ersichtlichen Grund findet man plötzlich die eine oder andere tote
Garnele im Aquarium. Anfangs denkt man sich noch nicht viel dabei, da
es bei Garnelen durch eine Fehlhäutung oder altersbedingt schon einmal
vorkommen kann und man entfernt das verstorbene Tier. Am nächsten Tag
schaut man wieder in sein Aquarium und findet leider wieder ein oder
zwei tote Tiere so wie man auch die darauffolgenden Tage immer wieder
mal eine verstorbene Garnele entfernen muss.
So manch ein
Garnelianer ist am verzweifeln und auch nach Überprüfung der
Wasserwerte kommt man zu keinen ersichtlichen Ergebniss, welches mit
dem plötzlichen sterben zusammenhängen könnte. Was kann also die Ursache für das plötzliche vereinzelte Garnelensterben sein?
Untersuchungen und Tests zeigten immer wieder, dass es sich in solch einem Fall um bakterielle Infektionen handelt. Am
Häufigsten auftretenden Bakterienarten bei Untersuchungen neben einen
Befall mit Kokken, waren Stäbchenbakterien. Solche Bakterien können zur
Gattung Aeromonas, Plesiomonas, Campylobacter Pseudomonas, Legionella
u.v.m. gehören. Bakterien werden nach Morphologie, Färbbarkeit O² Stoffwechsel usw. eingeteilt. Man
kann unter dem Mikroskop bestimmen ob es sich um Kugelbakterien (Kokken),
um bewegliche oder unbewegliche Stäbchenbakterien oder um spiralförmige
Bakterien handelt. Nicht aber um welche Gattung oder Art. Es hat sich
eingebürgert das unbewegliche Stäbchenbakterien die unter dem Mikroskop
zu sehen sind in die Gattung Aeromonas und bewegliche
Stäbchehnbakterien zur Gattung Pseudomonas eingeordnet werden, da diese die
am häufigsten vorkommenden Gattungen sind. Um diese aber genau nach
Gattung und Art zu bestimmen müssen deshalb solche Keimkonzentrationen
durch Anlegen von Kulturen auf Agarplatten angelegt werden. Solche bakterielle Infektionen sind neben falschen Haltungsbedingungen eine der
zweit häufigsten Todesursachen bei Garnelen die Probleme verursachen
können, wenn sie sich durch ungünstige Bedingungen vermehren. Um bakterielle Infektionen zu bekämpfen, ist es wichtig den Zusammenhang
zu verstehen und zu wissen wie bakterielle Infektionen zustande kommen. Bakterien
findet man überall und können aus jeder natürlichen Umwelt z. B. über
Atmung, Verletzungen oder der Nahrung aufgenommen werden. Dabei
unterscheidet man nützliche, harmlose (aphatogene) Bakterien und
krankheitserregende (pathogen) Bakterien, wobei die nützlichen
Bakterien überwiegen und die krankheitserregenden Bakterien in
geringer Anzahl vorkommen und bei gesunden Tieren keinen Schaden
anrichten. Die Bakterien z.B. des Darms sind sogar nützliche
Verdauungshilfen. Bei diesen Bakterien handelt es sich um aphatogene
Mikroorganismen. Eine solche Lebensweise zweier Lebewesen nennt man
Symbiose, bei der beide Lebenspartner gewisse Vorteile voneinander
haben. Viele Bakterien sind also harmlos, aber je nach Keimdichte, Keim
und vor allem auch je nach Lokalisation und Immunität des Wirtes können
sie auch sehr gefährlich sein. Wichtigster Faktor im Kampf mit Bakterien. Die Keimzahl im Aquariumwasser!
Was
ist die Keimzahl? Die Keimzahl ist die Anzahl der Mikroorganismen
(Bakterien) die je ml des infizierten Materials zu finden sind. Im
Prinzip gibt die Keimzahl die Anzahl der Vermehrungsfähigen Keime eines
Teils der Mikroorganismen an, die in einem bestimmten infiziertem
Material zu finden sind. Sie sagt jedoch noch nichts über die Arten,
Nützlichkeit oder Schädlichkeit dieser Organismen aus. Die Anzahl
der Mikroorganismen in einem Substrat kann mit verschiedenen Methoden
ermittelt werden. Eine davon ist das direkte Auszählen unter einem
Mikroskop. Hierzu benötigt man aber ein Okular mit eingelegter
Rasterplatte. Dabei werden normalerweise alle Bakterien erfaßt. Man
spricht hier dann von der Gesamtkeimzahl. In Flüssen, Teichen und
Meeren setzen sich Veränderungen, im Gegensatz zum Aquarium, im
Allgemeinen sehr langsam durch. In Natürlichen Gewässern kommen
Phosphat-, Nitrit- und Nitratwerte in solchen hohen Konzentrationen
wie im Aquarium nicht vor. Ein Aquarium ist also durch seine relativ
geringe Größe sehr anfällig für plötzliche und starke Veränderungen der
Wasserqualität. Jede Veränderung der Umgebungsverhältnisse hat
Auswirkungen auf den Gesundheitszustand wasserbewohnender Tiere.
Größere Tiere vertragen schlechtere Wasserqualität und somit
gleichzeitig eine höhere Keimzahl besser als kleine Tiere wie z.B
unsere Garnelen. Wie wird die Keimzahl in einem ausgewogenen Gleichgewicht gehalten?
Wichtigste
Regel für ein ausgewogenes Verhältnis ist eine Gründliche
Aquarienpflege und regelmäßiger Wasserwechsel. Ein Wasserwechsel dient
dazu, mit Keimen belastetes Wasser zu entfernen. Im Aquarium
findet man eine Keimzahl von 1000 bis 10.000.000 Keime pro ml. Wo bei in
einem Aquarium 1000 ml schon eine Traumzahl ist und nur im sehr gering besetzten und sehr gut gepflegten Aquarium zu erzielen ist. Zum
Vergleich! Im Trinkwasser sind normalerweise 10 bis max. 100 Keime pro
1ml enthalten. Sie sehen also durch einen regelmäßigen Wasserwechsel
kann somit die Keimzahl erheblich reduziert, diese im Aquarium in einem
normalen Gleichgewicht gehalten und so einer bakteriellen Infektion
erheblich vorgebeugt werden. Auch Versäumnisse in der
Filterhygiene führen unweigerlich zur Verschlechterung der
Wasserqualität. Ein zu geschlammter Filter ist nicht mehr in der Lage
das Wasser richtig zu reinigen um so Schadstoffe abzubauen. Wird also ein regelmäßiger Wasserwechsel und Filterpflege vernachlässigt steigt somit
die Keimzahl im Aquariumwasser und kann eine gesundheitsschädigende
Grenze für alle wasserbewohnenden Tiere erreichen. Wie kommt nun eine bakterielle Infektion zustande?
Eine
Krankheit tritt nur dann auf wenn das ökologische Gleichgewicht gestört ist. Ist also
die Keimzahl durch mangelnde Hygiene im Aquarium zu hoch, können die
Bakterien den Wirt über verschiedene Infektionswege erreichen z. B.
über die Verunreinigung des Wassers oder über die Nahrung, wenn z.B ein
liegengebliebener Futterrest nicht aus dem Aquarium entfernt wird. Ist
das Immunsystem einer Garnele nun geschwächt z.B durch Transportstress,
Überbesatz oder einer Verletzung oder auch durch eine
vorangegangene Krankheit oder Parasitenbefall, kann die Normalflora,
also die normalerweise apathogenen (harmlosen) Bakterien eines
Organismus, zu einer bakteriellen Erkrankung führen. Pathogene
(krankheitserregende) Bakterien nutzen die Gelegenheit sich während
einer Immunschwäche des erkrankten Organismus zu vermehren. Pathogene
Bakterien dringen entweder über die Nahrung ein z.B durch Verzehr,
liegengebliebener verdorbener Futterreste oder toter Artgenossen im
Aquarium. Indem sich das Bakterium nach Verzehr an Strukturen bzw.
Zellen des noch gesunden Wirtes anhaftet und so in das Gewebe, innere
Organe oder die Muskulatur gelangt oder bei einer Schädigung des
Panzer z.B einer vorangegangenen Verletzung, welche den Bakterien eine willkommene Angriffsfläche bietet. Welche Symptome zeigen sich bei einer bakteriellen Infektion?
Bei
einer bakteriellen Infektion können je nachdem wo die Infektion
auftritt unterschiedliche Symptome auftreten. Meist sterben aber nie
mehr als 1-2 Tiere täglich, sondern über Tage
und Wochen verteilt immer nach und nach einzelne. Bei einer Infektion
kann immer eine große Anzahl von unterschiedlichen Bakterien sowohl in
den Organen als auch auf und unter dem Panzer nachgewiesen werden. Man unterscheidet hier zwischen: - inneren Infektionen - äußeren Infektionen und - Infektionen der inneren Organe Innere Infektione n Am
häufigsten treten bei Garnelen innere Infektionen auf. Symptome innerer
Infektionen sind sehr unterschiedlich. Zum Beispiel kann eine orangene
Verfärbung des Hinterleib und des Rücken auftreten die sich innerhalb
von ein paar Stunden von oben nach unten über den ganzen Körper
ausbreitet. Auch plötzlich auftretende Verluste mit oder ohne
vorherigem Farbverlust einzelner Tiere oder nach und nach
weiße/milchige Verfärbung des gesamten Hinterteils oder einzelne
verfärbte Stellen können Anzeichen einer inneren Infektion sein. Bei
Tieren mit bereits deutlich sichtbaren Symptomen ist eine Heilung nicht
mehr möglich und versterben meist innerhalb einiger Tage.
Äußere Infektionen Äußere
Infektionen kommen bei Garnelen hauptsächlich am Schwanzfächer so wie
an den Antennen und auf dem Panzer vor welche den Aussenpanzer mit
verschiedenen großen und kleinen braun orangenen Löchern übersäht und
zerfrisst. Diese können zuerst punktförmig und sich danV bis zu
geschwulstartigen Erhebungen oder kraterähnlichen vertiefungen
ausbreiten. Auch einzelne Schreitenbeine können von einer Infektion
befallen werden und erscheinen dann rosa und sehen wie abgestorben aus.
Liegt eine akute Infektion vor, besteht kaum eine Aussicht auf Heilung.
Tiere deren Schwanzfächer oder die Antennen komplett befallen sind
haben normalerweise keine Überlebenschance. Bei frühzeitiger Erkennung
und verbesserten Haltungsbedingungen bekommt man die Krankheit bei noch
gesunderscheinenden Tieren aber gut in den Griff. Infektion der Organe

Bei
verschiedenen „durchsichtigen“ Garnelenarten bei denen die Organe von
außen zu erkennen sind kann bei einer inneren Infektion beobachtet
werden, dass die inneren durchscheinenden Organe, die bei gesunden
Garnelen dunkel erscheinen, rosa sind und aussehen als wären sie
entzündet. Verschiedene Untersuchungen erkrankter Garnelen zeigten,
dass deren Organe mit Mikrokokken, (Bakterien) befallen waren.
Infizierte Tiere mit erkennbaren Symptomen sterben 2-4 Tage später.
Eine Behandlung ist bisher nicht möglich. Behandlungsmöglichkeiten
Je
nach dem wie schwer eine Infektion bereits fortgeschritten ist, kann
eine Optimierung der Wasserwerte und Erhöhung der
Wasserwechselintervalle (Keimzahlveringerung) in manchen Fall Besserung
verschaffen. Bevor man zu Medikamente greift, sollte folgendes
versucht werden. Um die Keimzahl im Aquariumwasser zu verringern sollte
täglich über 1 Woche lang ein 80% Wasserwechsel durchgenommen werden.
Verwenden Sie beim Wasserwechsel immer ein geeignetes
Wasseraufbereitungsmittel für Garnelen wie z.B Garnisave oder Biotopol+C um das Leitungswasser Garnelengerecht zu machen und um mögliche vorhanden Schwermetalle im Wasser zu binden. Tritt
danach noch immer keine Besserung auf sollte man auf eine medikamentöse
Behandlung zurückgreifen. Hierzu ist es aber wichtig zu Wissen um was
für einen bakteriellen Erreger es sich handelt und eine zumindest mikroskopische Untersuchung von Nöten. Denn nicht jedes Medikament
hilft bei jedem Bakterium. Möglichkeiten einer medikamentösen Behandlung
Furanol von JBL
Enthält Nifurpirinol. Dies ist ein frei erhältliches synthetisches
Antibiotikum (Chemotherapeutikum) aus der Gruppe der Nitrofurane.
Anwendung bei bakterieller Infektion 1 Tablette auf 20 Liter
Aquariumwasser über 5 Tage danach 80% Wasserwechsel und mit selber
Dosis wiederhohlen.
Chloramphenicol
Ist ein rezeptpflichtiges bakterienhemmendes Breitbandantibiotikum.
Anwendung 1,5g von dem Pulver pro Liter Aquariumwasser zugeben. Nach
einer Woche 80% Wasserwechsel und mit selber Sosis wiederhohlen.
Zusätzlich sollte man eine Messerspitze des Pulvers entweder in
Frostfutter mit untermischen oder im Wasser aufgelöstes Pulver,
Granulat oder Flockenfutter einweichen und dann verfüttern, damit das
Medikament in den Organismus mit aufgenommen wird.
Ampicillin
Ein rezeptpflichtiges halbsynthetisches Antibiotikum aus der Gruppe
der (Penicilline), dass aufgrund seiner Wirksamkeit gegen
gramnegative Stäbchenbakterien als Breitbandantibiotikum eingesetzt wird. Da
Ampicillin jedoch sehr schlecht Wasserlöslich ist, muss dieses
Medikament in das Futter mit untergemischt und verfüttert werden. Zusammenfassung
Immer wieder habe ich von Aquarianern in Zusammenhang mit Krankheitsproblemen gehört, das diese alle 2-4 Wochen einen Wasserwechsel vornehmen und schließlich eine Filter installiert haben, der daraus wieder beste Wasserqualität macht. Ausscheidungen der Garnelen belasten das Wasser, genauso wie
abgestorbene Pflanzenreste oder zu viel Futter. So wie der Mensch ein
Recht auf sauberes, reines Trinkwasser hat, wollen unsere Garnelen und
Fische auch nicht ihren eigenen Urin trinken.
Keime sind permanent im Wasser vorhanden und richten, so lange alles im Gleichgewicht bleibt, keinen Schaden an. Wenn dieses Gleichgewicht durch mangelnde Hygiene gestört wird und eine Infektion ausbricht sollte vorbeugend täglich ein 80% Wasserwechsel durchgenommen werden. Hilft dies nicht gibt es Notfalls die Möglichkeit mit geigneten Medikamenten zu behandeln.
Im Kampf um Bakterien ist Hygiene und gute Pflege also unumgänglich. Ein Aquarium funktioniert um so besser und problemloser je regelmäßiger Pflegearbeiten gemacht werden. Ein wöchentlicher Wasserwechsel von 50% sollte zur Pflicht eines Auqarianers
gehören und dieser in Zusammenhang mit möglichen Krankheitsausbrüchen nicht unterschätzt werden. Beachtet man all dies haben phatogene Krankheitserreger kaum eine Change.
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