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Pilzinfektionen bei Garnelen |
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Pilzinfektionen sind in der Aquaristik weit verbreitet. Schon häufig wurde auch über Pilzbefall bei Garnelen und Krebsen die im Aquarium gepflegt werden berichtet. Von plötzlichen auftretenden büschelförmigen Wucherungen im Kopfbereich bis hin zu Wucherungen an den Schwimmbeinpaaren die plötzlich wieder für einige Zeit verschwanden und dann wieder auftraten oder Massensterben von Krebsen in Verbindung mit rot braunen Färbungen am Außenpanzer.
Pilze sind pflanzenähnliche Mikroorganismen, die im Gegensatz zu den Pflanzen nicht zur Photosynthese befähigt sind.
Neben Bakterien und Parasiten können auch Pilze bei Garnelen Krankheiten verursachen. Alle Pilzerkrankungen werden als Mykose bezeichnet. Eine relativ kleine Gruppe von Pilzen hat sich auf Warmblüter spezialisiert und verursachen bei Mensch, Tier und Pflanze unterschiedliche Krankheiten.
Ein Befall durch Pilzsporen der inneren Organe (innere Mykosen) erfolgt meistens über die Nahrungsaufnahme. Ist das Immunsystem intakt können diese der Garnele nichts anhaben. Sind die befallenen Organe durch Sporen jedoch zu stark geschädigt, stirbt die Garnele. Eine erfolgreiche Diagnose ist äußerlich kaum zu stellen und nur unter einem Mikroskop möglich. Eine Infektion bei Garnelen durch äußerliche Mykosen, ist dagegen mit dem bloßen Auge zu erkennen. Symptome eines äußerlichen Pilzbefalles hervorgerufen durch Achlya und Saprolegnia sind sehr unterschiedlich und als wattebauschähnlicher weißer Belag oder hellgrünen fadenartigen Wucherungen auf Panzer und Abdomen zu erkennen. Bei einigen Tieren, einer drei Wochen zuvor importierten Gruppe Nektarinengarnelen (N. palmata), konnten wir z.B. hellgrüne bis gelbe Wucherungen die aus dem Unterleib zu wachsen schienen erkennen.
Bei einer anderen Gruppe (N. fernandio) konnten wir an den ersten Antennenpaaren ähnliche Wucherungen feststellen, die wie graue Pinselalgen aussahen, sich als weiße watteähnliche Büschel um die Augen zogen und mit der Zeit den gesamten Kopfbereich einnahmen. Untersuchungen ergaben, dass es sich hierbei um einen Befall mit Saprolegnia so wie Achlya handelte.
Beide Gattungen zählen zu der Ordnung der Wasserschimmelpilze Saprolegnicee und treten immer sekundär, also als Folgeerscheinung einer bereits hervorgegangenen Schwächung auf, (siehe Ursachen eines Pilzbefalles). Sehr oft auch nach einer Verletzung durch oder kurz nach einer Häutung. Da der Häutungsprozess viel Kraft erfordert und dadurch das Immunsytem stark belastet wird haben die im Wasser befindlichen Bakterien oder Pilzsporen ein leichtes Spiel und es bietet sich eine optimale Gelegenheit dort einzudringen.
Diese setzen sich an der verletzten Stelle fest und brechen exogen (nach außen) mit einem wattebauschähnlichem fadenartigen Geflecht durch und bilden Pilzfäden welche nicht nur exogen, sondern auch endogen (nach innen) eindringen.
Wird ein Pilzbefall nicht schnell behandelt, können im Verlauf nach und nach auch die inneren Organe bewuchert werden, wobei totes oder schon angegriffenes Gewebe zuerst befallen wird. Aus den Sporen entstehen so genannte Pilzhypen, die in das tote Gewebe eindringen und mit giftigen Enzymen die an den Garnelenorganismus abgegeben werden die Zellen auflösen.
Die Garnelen können zwar einige Zeit mit den Pilzen ohne Probleme leben, erfolgt eine Behandlung jedoch nicht sofort im Anfangsstadium bevor die Sporen sich weiter ausbreiten und die Organe zersetzen, ist die Garnele nicht mehr zu retten. Um also eine weiter Ausbreitung von Saprolegnia und Achlya vorzubeugen, ist es neben der medikamentösen Behandlung auch wichtig die primäre Ursache, also die Hauptursache, für die Verpilzung zu finden.
In oben beschriebenen Fällen boten den Pilzsporen durch Transportstress und dadurch entstandenen Verletzungen und Schwächung des Immunsystems eine geeignete Angriffsfläche. Ein Befall mit Achlya und Saprolegnial ließ sich bei befallenen Tieren gut mit CILEX von Brustmann so wie mit Fungol von JBL mit der jeweils angegebenen Dosis des Herstellers behandeln ohne das die Garnelen Schäden davontrugen. Oft wurde schon berichtet, dass Tiere mit den oben beschriebenen Symptomen am nächsten Tag plötzlich keinen sichtbaren Befall mehr zeigten. Dies liegt daran, dass wenn sich die Tiere häuten, diese die sichtbaren Sporen mit der alten Haut abstreifen. Somit meinen viele Garnelenhalter das Problem hat sich von selbst erledigt. Was jedoch ein Irrtum ist.
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