|
Wasserpilze sind in der Umwelt weitverbreitet und haben einen großen
Toleranzbereich gegenüber unterschiedlichen Gewässern. Durch die offene
ungeschützte Lage der Eimasse (Foto I) und dem Abstand zwischen
Eiablage und Schlüpfen, sind die Eier anfällig gegenüber
Krankheiten und Infektionen aus ihrer Umwelt. Pilzinfektionen gehören
zu den schwerwiegenderen Krankheiten, die die Eier bei Crustaceen und in einigen Fällen die ganze Eimasse
befallen. Im Süßwasser überwiegend Saprolegnia, Achlya, im Meerwasser beispielsweise Dictyuchus, Lagenidium und andere.
Auswirkungen Pilzinfektion auf Eier Infizierte
Eier können unter Umständen nicht schlüpfen und infizierte Eimassen
können beim Schlüpfen der Larven eine große Menge an Pilzsporen in das Zuchtwasser
freisetzen.
Pilzinfektion auf Larven Frisch
geschlüpfte und junge Larven sind aufgrund ihres relativ dünnen
Exoskeletts relativ empfindlich und sterben in den meisten Fällen
wenige Tage später. Die überlebenden Tiere sind durch mögliche
Wachstumsstörungen und Deformationen von minderer Qualität.
Symptome Auffällig kann eine lange Inkubationszeit sein oder ein deutlich sichbarer Pilzbefall der gesamten Eier. Infizierte freischwimmende Larven des spezialisierten Fortpflanzungstypes wirken träge und setzen sich auf dem Boden ab, wo sie dann eine weißliche Färbung zeigen und innerhalb kürzester Zeit sterben. Bei einer Betrachtung der Eier oder Larven unter dem Mikroskop
sieht man eine dünne fadenförmige Zellstruktur in den Eiern (Foto 2,3 und 4) und Larven (Foto 5,6 und 7) sowohl indogen als auch exogen.
Übertragung Werden bewegliche
Sporen aus kugelförmigen (Fotos 3 und 7, Pfeile) oder fädigen Pilzsporen (Fotos 2,4 und 6, Pfeile) freigesetzt, schwimmen diese im
Wasser und können andere Eier oder Larven intra- und extrazellulär infizieren. Siehe hierzu auch Figur 1 den Infektionskreislauf einer P ilzinfektion. Die Sporenfreisetzung kann weniger als eine Stunde dauern und endet nach einem unkontrollierbaren Ausbruch und somit nach einer Infektion schnell tödlich.
Vorbeugung Eine Möglichkeit ist die tägliche Überwachung der reifenden Eier durch tägliche mikroskopische Betrachtung um eine
mögliche Infektion früh zu erkennen.
Sporen die aus infizierten Eiern freigesetzt werden, können eine Pilzinfektion bei frisch geschlüpften Larven verursachen. Eine Übertragung des Pilzes von Eiern auf junge Larven kann verhindert werden indem trächtige
Weibchen mit 25ppm Formalin in ein Kurzbad gesetzt werden. Die
Bäderbehandlung mit 25 ppm Formalin tötet die aus den infizierten
Eiern freigesetzten Sporen ohne neu geschlüpfte Larven zu schädigen. Eine Behandlung mit Mediakmente ist im fortgeschrittenen Stadium der Pilzinfektion unbefriedigend. Desinfizieren Sie nach einer fortgeschrittenen Infektion das Aquarium und entsorgen Sie das Wasser. Infizierte Eier mit bewegliche Sporen des Pilzes
Lagenidium sp. vorkommend im Salzwasser, die in Salzgehalte von 7 – 15 g/l überführt wurden, wurden nach 10 bis 15 Minuten
unbeweglich, was zeigt, dass die kurzfristige Überführung der Tiere
in Wasser mit niedrigerem Salzgehalt Potential zur Kontrolle des
Angriffs beweglicher Sporen bietet. Dies könnte insbesondere für
trächtige Weibchen mit von Pilzen infizierten Eiern von Bedeutung
sein.
 |