Süßwasserkrebse in der Aquakultur Drucken E-Mail

Die Süßwasser-Krebszucht erfreut sich weltweit wachsender Popularität. Momentan sind die größten Produktionssysteme China und die USA und die am meist gezüchtete Rasse ist der rote Sumpfkrebs (redswamp crayfish), der auch oft als “Flusskrebs” oder Procambarus clarkii bezeichnet wird. Dieser ist in den USA heimisch und wird mittlerweile fast überall in der Welt gezüchtet. Seine Zucht geschieht in riesigen Halbintensiven-Kulturanlagen (das bedeutet eine geringere Bestandsdichte und ein geringeres Eingreifen durch den Menschen).

Die halb-intensive Aquakultur von Süßwasser-Flusskrebsen wird seit mindestens 30 Jahren praktiziert. In Europa werden die einheimischen Süßwasser-Flusskrebse wie beispielsweise der Edelkrebs (Astacus astacus) und der importierte Signalkrebs (Pacifasticus leniusculus) in halb-intensiven Systemen gezüchtet, meist um die Population in den natürlichen Wasserstraßen, die durch die Krebspest oder Umwelteinflüsse fast ausgerottet wurde, wieder zu erhöhen.

Dr. Shrimp´s Wissen
Rote Flusskrebse (Redclaws) werden momentan in Australien, China, großen Teilen Südamerikas, Israel und anderen Ländern gezüchtet. Die derzeitige Produktion pro Jahr in China wird auf ungefähr 1000 Tonnen geschätzt.

Ein Anwachsen der Redclaw-Aufzucht in den anderen Teilen Asiens war bislang langsam. Eventuell liegt dies an Verwechslung mit dem roten Sumpfkrebs, der in vielen Ländern als wahre Pest angesehen wird, da er schnell wächst und eine riesige Anzahl an Tunneln gräbt und so zu Schäden an Reisfeldern geführt hat. Der rote Flusskrebs gräbt keine Tunnel.

Normalerweise werden brütende Weibchen (weibliche Tiere, die Eier unter ihrem Schwanz tragen) im Spätsommer aus Teichen entfernt und in Innenbecken gesetzt. Die Eier werden vom Weibchen entfernt und in die Brutanlage gesetzt. Die Jungtiere schlüpfen im Frühsommer aus den Eiern und werden dann in kleine, seichte Außenteiche oder Außenbecken umgelagert. Die meisten Jungtiere werden dann zur Aufstockung der Population im Spätsommer in natürliche Seen oder Wasserstraßen verbracht, wobei manche den ganzen Winter in der Aufzuchtanlage bleiben, um sie dann als ältere Jungtiere im nächsten Sommer zu verkaufen. Selten werden Süswasserkrebse in Gefangenschaft zum Verzehr aufgezogen – da diese viele Jahre dauern würde.

Es gibt einige Rassen australischer Süßwasser-Flusskrebse, die ein großes Potenzial zur Aufzucht in einer Aquakultur zeigen. Zu den Rassen, die am hoffnungsvollsten angesehen werden, gehören der Flusshummer oder auch Marron genannt (Cherax tenuimanus), der Yabby (Cherax destructor) und der rote Flusskrebs (Cherax quadricarinatus). Das Potential dieser Rassen wurde weitläufig publik gemacht und folglich wurden sie in viele Länder exportiert, um dort eine semi-intensive Aquakultur zu beginnen (klicken Sie hier um eine neue Übersicht über die australische Aquakultur-Rassen und -Branchen von Süßwasser-Flusskrebsen zu erhalten, die Max Wingfield zusammengestellt hat). Es ist schade, dass die Einführung dieser Rassen immer mit großem Werbeaufwand gestaltet wurde, wobei deren Befürworter oft unrealistische und unbewiesene Versprechen über ihre Produktion und ihren Verkauf gemacht haben. In manchen Fällen hat dies zu einem Konjunktureinbruch (Boom-Bust-Cycle) bei der Entwicklung dieser Branche geführt, so z.B. beim Roten Flusskrebs in Ecuador. Trotzdem sind diese Rassen mit Sicherheit herausragende Kandidaten für eine halb-intensive Aquakultur und es gibt kaum einen Zweifel daran, dass es in Zukunft eine beträchtliche globale Industrie der halb-intensiven Aquakultur des roten Flusskrebses geben wird.
 

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