Verbreitungsgebiet der Flußkrebse Drucken E-Mail

Dr. Shrimp´s Wissen
Weltweit gibt es etwas mehr als 600 Süßwasserkrebsarten. Sie leben ausschließlich in Süßwasser. Davon sind etwa 350 in Nordamerika beheimatet. Die meisten der restlichen etwa 130 Arten stammen aus Australien, der Rest aus Europa . In großen Teilen Asiens und Afrikas kommen ursprünglich keine Süßwasserkrebse vor. Dort leben vorwiegend echte Krabben, also Kurzschwanzkrebse. Doch auch hier wurde der schon weitverbreitete Procambarus clarkii eingeführt der sich im Nil mittlerweile heimisch fühlt.

Auf der Nordhalbkugel ist die Familie Astacidae (Astacus, Pacifastacus und Austropotamobius) und die Famile Cambaridae (Cambarellus, Oronectus und Procambarus) vertreden, auf der Südhalbkugel die Familie Parastacidae (Cherax Arten).

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Procambarus clarkii liegt im nördlichen Mexiko und im Süden der USA unter anderem in Florida, Ohio, Alabama, Illinois und Mississippi. Das natürliche Verbreitungsgebiet des Kamberkrebses ist Nordamerika. Wobei er nur östlich der Rocky Mountains vorkommt. Von dort breitete sich die Art aufgrund ihrer Wanderfreudigkeit und Unempfindlichkeit gegenüber Wasserverschmutzung schnell aus. Über Kanäle gelangte der Kamberkrebs auch in das Rhein- bzw. Donausystem und ist heute die häufigste Flusskrebsart in Deutschland. Nahezu Weltweit alle größeren Flüsse und Kanäle sind von amerikanischen Sumpfkrebsen besiedelt.

In Europa ist die Gattung Astacus mit 5 Arten vom Ural bis nach Irland und Spanien vertreten. Der Edelkrebs (Astacus astacus), der Steinkrebs (Austropotamobius torrentium) und der Dohlenkrebs (Austropotamobius pallipes) sind unsere heimischen Arten. Der Edelkrebs (Astacus astacus) ist von Südskandinavien über Mitteleuropa bis zum Balkan im Süden und bis zu den Pyrenäen im Westen zu finden. In Oberfranken kommt der Edelkrebs sowohl in Bächen als auch in Teichen vor. Gelegentlich wurde der galizische Sumpfkrebs in Mitteleuropa eingeführt, so auch nach Oberfranken. Der galizische Sumpfkrebs (Astacus leptodactylus) wurde aus dem östlichen Europa und Vorderasien bei uns eingeführt. Seine ursprüngliches Verbreitungsgebiet liegt an der Oder ihre natürliche Grenze.

Cherax Arten kommen ursprünglich aus Australien und Papua Neuguinea. Cherax lorentzi besiedelt zum Beipiel die tiefer gelegenen Regionen im Westen Neu Guineas im Lorenz River. Cherax Red Brick und blue Moon kommen beispielsweise in Flüssen und Seen der Bergregionen von Papua vor. Der australische Flusskrebs Cherax quadricarinatus, der eine wichtige Rolle in der Aquakultur spielt, stammt aus Nordqueensland den Timor Sea-Zuflüssen so wie dem Golf von Carpentaria.

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