Garnelen in der Aquakultur Drucken E-Mail

Seit den siebziger Jahren hat sich die Aquakultur von Garnelen in den Tropen zu einem florierenden Wirtschaftszweig entwickelt. Etwa 1/3 der Fischereiprodukte, vor allem Muscheln und Krebstiere, stammt aus Zuchtanlagen.

Die asiatischen Länder, hier hauptsächlich Indonesien, China, Thailand und Indien, verfügen zusammen über etwa 1,2 Millionen Hektar Zuchtteiche für die umgangssprachlich auch als Shrimps bezeichneten Tiere. An den Küsten der westlichen Hemisphäre sind es etwa 200 000 Hektar, zwei Drittel davon allein in Ecuador. Ecuador zählt somit zu den größten Garnelenexporteuren der Welt. Dagegen scheint die Fläche in den USA mit weniger als 1 000 Hektar geradezu winzig.

Allein die weltweite Aquakultur von Garnelen hat sich seit 1990 von 680,000 Tonnen auf rund 1,3 Millionen Tonnen fast verdoppelt. Shrimps haben für die Fischwirtschaft weltweit eine große Bedeutung. Sie werden zu 2/3 wild gefangen und 1/3 in der Aquakultur gezüchtet. Konsumiert werden diese produzierten Mengen fast ausschließlich in den USA, in Japan und Europa.

Dr. Shrimp´s Wissen
Die Familie der Panaeidae stellt in den Tropen (Südamerika, Asien) die wichtigste kultivierte Garnalenart dar. Vor allem werden die Gattungen Penaeus mit einer Gesamtgröße von bis zu 35 cm im Salzwasser und die Gattung Macrobrachium, meist Macrobrachium rosenbergii mit einer Gesamtgröße von 25 cm im Süßwasser gezüchtet.

Garnelenproduktion
Die Produktion von Garnelen teilt sich in den einzelnen Betrieben in die Larvenerzeugung (Zucht) durch adulte Tiere und der Garnelenmast (Aufzucht) von Postlarven auf. Frisch geschlüpfte Nauplius-Larven entwickeln sich in Aufzuchtstationen bis zur juvenilen Garnele (Postlarve)

Mit dem Postlarvenstadien (PL) ist die Garnele mit allen Organen gereift und werden dann normalerweise ab Postlarvenstadium Tag 10, hier sind die Tiere seit dem Schlupf dann ca. 25-30 Tage alt, zur weiteren Aufzucht in die eigentlichen Mastbecken umgesetzt bzw. weitergegeben.

Gezüchtet werden Garnelen in verschiedenen Aquakultursystemen. Hier werden vier Systeme unterschieden. Man unterscheidet Garnelenzuchtanlagen in extensive, semi-intensive, intensive uns Super intensive Systeme. Diese Unterscheidung wird vorrangig für die Garnelenzucht angewendet und unterscheiden sich in der Besatzdichte aber auch in der Art der Fütterung und in den Wasseraustauschintervallen mit dem Meer. Bei Flusskrebsen wird meist die halbintensive Aquakultur bevorzugt.

Extensive Haltung
Bei der extensiven Aquakultur wird nicht viel eingegriffen. Hier wird aber auch der wenigste Ertrag im Jahr erziehlt. Es werden lediglich Becken oder Teiche zu Verfügung gestellt. Die Besatzdichte wird sehr gering gehalten. Es werden im Schnitt 5 Garnelen pro Quadratmeter Teichfläche zum Züchten gehalten und nur natürliche Nahrung zur Fütterung benutzt. Zugefütter wird nur bei Bedarf. Es findet ein natürlicher und von den Gezeiten abhängiger Wasseraustausch statt, der nur in seltenen Fällen von Pumpen unterstützt wird. Für die Zucht werden Larven aus Wildfängen.
Ertrag pro Jahr 0,5-1,6 t/ha

Semi (Halb) intensive Haltung
In den semi-intensiven Systemen finden sind ebenfalls in Teichen oder Becken statt. Besatzdichten von 3-10 Tieren/m2 sind hier üblich. Die natürliche pflanzliche Fütterung wird dabei durch Fertigfuttermischungen ergänzt. Der Wasseraustausch erfolgt durch Pumpen und das Wasser wird zusätzlich mit Sauerstoff belüftet. Der begrenzte Faktor ist hier die Kapazität des Aufzuchtbeckens, mit einer Besatzdichte von 20-50 PL/m2. Für die Aufzucht werden Postlarven von Wildfängen oder der eigenen Zucht verwendet.
Ertrag pro Jahr 2-6 t/ha

Intensive Haltung
Bei der Intensiven Haltung werden spezielle Tanks gebaut und es wird für Belüftung gesorgt, die Wasserqualität wird über ein spezielles Kreislaufsysteme und Wasserpumpanlagen kontrolliert, die Garnelen künstlich mit speziellen Alleinfuttermischungen gefüttert. Die intensiven Anlagen haben mit 10-50 adulten Tieren pro m2 und 150-200 PL/m2 die höchste Besatzdichte. Für die Aufzucht werden Larven aus Eigener Zucht verwendet. Hier werden die höchsten Erträge erzielt. Allerdings bestehen in diesen intensiven Zuchtanlagen häufig Bestandsprobleme durch Krankheiten.
Ertrag pro Jahr 7-15 t/ha.

Super intensiv Haltung
Auch in der Super intensiven Haltung wird mit einer hohen Besatzdichte von 150-200 Postlarven/m2 zur Aufzucht und mit etwa 30-50 adulten Garnelen/m² gezüchtet. Es handelt sich auch hier um ein geschlossenes Kreislaufsysteme mit hohem Technisierungsgrad. Das Wasser wird in der Anlage ständig komplett erneuert und ist kontrollierbar in Temperatur und Sauerstoffgehalt. Dadurch können nahezu alle Arten von Garnelen produziert werden. Das System ist aber sehr teuer und rentiert sich nur bei intensiver Nutzung, für die nicht jede Garnelenart geeignet ist.

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