|
Prinzipiell kommen Garnelen überall auf der Welt vor, auch in unseren
europäischen Breiten. Die überwiegende Artenzahl stammt jedoch aus den
Meeren. Die Süßwassergarnelen in unseren heimischen Aquarien stammen
beispielsweise aus Japan, allgemein Asien, Afrika oder Amerika. In Südamerika leben Garnelen oft mit Harnischwelsen im gleichen Lebensraum in erstaunlich weichem Wasser. Bevorzugt leben Garnelen in langsam fließenden Gewässern in größeren Gruppen in Pflanzendickichten. Sie ernähren sich von Algen oder anderem Aufwuchs, der auf Steinen und Pflanzen wächst. Die Gattung Caridina umfasst etwa 200 Arten. Die wesentlich
artenärmere Gattung Neocaridina, in der Aquaristik durch
verschiedene Formen von Neocaridina denticulata, vertreten gerade mal
20 Arten. Großarmgarnelen (Macrobrachien) zählen mit
über 220 Arten zu der Familie der Palaemonidae.Andere Formen wie die Fächergarnelen haben sich wiederum an schnellfließende Gewässer angepasst. Wieder andere Garnelen halten sich in großen Schwärmen auf und weiden – oft perfekt getarnt an ihre Umgebung, den Bodengrund nach Nahrung ab. Da aber viele Garnelen als Beifänge mit importiert werden, kennt man dadurch leider oft die genaue Herkunft vieler verschiedener Formen nicht. Somit sind nur selten zuverlässige Herkunftsangaben zu erhalten. Viele Caridina- und Neocaridinaarten sind im Süß- und Brackwasser im gesamten asiatischen Raum verbreitet, sowohl auf dem Festland als auch auf den größeren Inseln wie Sri Lanka oder Japan, aber auch im Pazifik auf Hawaii, beheimatet.
Die wohl bekannteste Garnele, Caridina multidentata, früher C. japonica, wurde in Japan und auf Nachbarinseln entdeckt. Dort ist sie vor allem in küstennahen Flüssen, die in den Pazifischen Ozean münden, beheimatet. Vor kurzem wurde sie auch in anderen Gewässern im östlichen Teil Japans entdeckt. Bevorzugt leben sie hier im Ober- und Mittellauf der Flüsse. Caridina sp. „Biene“ ist beispielsweise in Hongkong weit verbreitet. Diese Art wurde dort in Bächen gefunden, deren Grund mit großen Steinen, zwischen denen sich Sand und Kiesbänke befinden, bedeckt ist. Die Garnelen leben dort in schattigen Flussbereichen mit einem pH-Wert um 6,0, wo sich Falllaub und verschiedenes Geäst angesammelt hat.
Die Red-Cherry-Garnele wurde Berichten zufolge von einem Fischfutterfänger bei Taiwan in einer kleinen Menge in einem circa 30 cm tiefen Tümpel, der mit Fadenalgen und Pflanzen überwachsen war, gefunden. Im Jahr 2002 wurden Nachzuchten dieser Form erstmals aus Taiwan nach Deutschland importiert. Mittlerweile erfolgte ihr Verbreitung durch Verschleppung nahezu über den gesamten pazifischen Raum. Von Atya gabonensis wiederum weiß man, dass Sie die tropischen Gebiete der Länder im und am Atlantischen Ozean bewohnt. Ihr Fundort dort ist die Westseite des afrikanischen Kontinents, von Senegal bis Zaire, aber auch die Ostküste Südamerikas von Venezuela bis Brasilien. Die Tiere bewohnen wie andere Fächergarnelen meist felsige, schnellfließende, steinige Bachläufe, bis hinauf in die sauerstoffreichen Quellregionen.
Das Verbreitungsgebiet der meisten Macrobrachium-Arten liegt im Asiatischen Raum wie Thailand bis über Indien, Australien und Indonesien. Selbst in unseren heimischen Gewässern in Europa kommen Garnelen vor, beispielsweise die Europäische oder Donau-Schwebegarnele, oder die Europäische Garnele, Atyaephra desmaresti, die in der Aquaristik jedoch wenig verbreitet sind, aber durchaus auch interessante Pflegelinge darstellen. Vor allem letztere Art steht farblich gegenüber den tropischen Arten in nichts nach.
Leider konnten bisher nur wenige Garnelen, die in unseren Aquarien leben, wissenschaftlich zugeordnet oder beschrieben werden. So werden viele Arten unter geläufigen Trivial- oder Fantasienamen wie Zebra-, Nashorn- oder Red Cherry Garnele gehandelt. Dennoch hat sich gezeigt, dass viele Formen problemlos gehalten und gepflegt, ja manche sogar ohne viel zutun gezüchtet werden können. Mittlerweile werden immer öfter neue Garnelenarten entdeckt. Viele davon werden nur kurz beschrieben und verschwinden dann genau so schnell wieder von der Bildfläche. Nur die farbenprächtigsten Arten wie Red Cherry & Co. werden sich wohl in der Aquaristik durchsetzen. Was schade ist, denn auch die unscheinbaren Formen zeigen interessante Verhaltensweisen.
|