Vergesellschaftung Drucken E-Mail
Garnelen mit Garnelen

Wenn man mehrere Garnelen zusammen in einem Aquarium halten und züchten möchte, muss man bedenken, dass sich auch einige nahe verwandte Arten untereinander kreuzen können. Im Internet findet man zu diesem Thema zahlreiche Tabellen. Viele davon enthalten nur Vermutungen, welche den jeweiligen Kentnissen des Autoren der Tabelle entsprechen. Wiederum weiß man aber bei einigen Arten, dass sich diese problemlos kreuzen lassen. Die Folgen einer solchen Kreuzung, kann man zur Zeit an Hybriden (Mischlinge) der Hummel- und Bienengarnele oder der Ehite Pearl- und red Cherry-Garnelen sehen, welche zur Zeit in Umlauf sind.

Aber was spricht eigentlich gegen Mischzuchten?

In der Botanik ist das Züchten von Hybriden üblich, siehe die vielen Echinodorus-Zuchtformen oder erst recht bei Garten- und Zimmerpflanzen. Was wäre nun , wenn es gelingen würde, eine Grüne Garnele mit einer Tigergarnele zu kreuzen? Es würde dann vermutlich eine Grüne Tigergarnele entstehen, was jedoch ziehmlich unwarscheinlich sein mag. Einige Züchter würden diese Grüne Tigergarnele bestimmt gerne weiterzüchten wollen. 

Hierzu mag es aber sicherlich unterschiedliche Ansichten geben. Wichtig ist auf jeden Fall, dass Mischlinge auch als solche verkauft werden und der Käufer darauf hingewiesen wird! Bei Regenbogenfischen gab es beispielweise schon viel Ärger, weil Leute die Mischzuchten als "neue Arten" und unter horrenden Preisen verkauften. Inwieweit sich also unsere bisherigen anderen Garnelenarten, die in unserem Aquarien verbreitet sind, kreuzen können, lässt sich nicht genau sagen, da längst noch nicht alle Kreuzungsmöglichkeiten erforscht sind. 

Man geht davon aus, dass sich nur nahe verwandte Arten miteinander vermischen können. Um Mischzuchten zu vermeiden, kann man sagen, dass die Vergesellschaftung jeweils einer Art aus zwei unterschiedlichen Gattungen, wie beispielsweise einer Neocaridina- und Caridina-Art, unproblematisch ist und eine Kreuzung eher unwarscheinlich gilt, dennoch aber nicht ausgeschlossen ist. Wer also strikt gegen Bastarde ist und daher ganz sicher gehen möchte, dass keine Mischlinge erhält, sollte jede Art in einem eigenen Aquarium pflegen.

Wer sagt uns aber, dass die Tiger-, oder Hummelgarnele nicht auch eine Laune der Natur oder bereits ein Mischling ist?


Garnelen mit Fischen

Hält man Fische und Garnelen zusammen, dann ist darauf zu achten, dass sie nicht mit Fressfeinden oder ruppigen Fischen, die ihnen nachstellen, gehalten werden. Auch sollten sie in etwa gleiche Bedürnisse an Haltung und Wasserqualität stellen. Gerade Zwerggarnelen, die mit ihrer Durchschnittsgröße von 2 cm recht klein bleiben, können nicht mit zu großen Fischen vergesellschaftet werden, da die Fische, die Garnelen als Nahrung betrachten könnten.

Bei vielen Großarmgarnelen, wie Macrobrachium assamensis, der Ringelhandgarnele, ist es meist umgekehrt. Diese Garnelen erbeuten schon mal kleine Fische. Bei der Schneeflöckchengarnele Macrobrachium kulsinse oder der Glasgarnee Macrobrachium lanchesteri besteht kaum Gefahr das diese sich an Fischen vergreifen.

Auch sollte man beachten, dass Garnelen in Gesellschaft von Fischen kaum zu sehen sind, weil sie sich permanent verstecken und so ihr interessantes Verhalten somit gar nicht oder nur sehr eingeschränkt zu beobachten ist. Desweiteren darf man nur Garnelen mit Fischen halten, die in etwa die gleichen Wasseransprüche haben. Garnelen lassen sich sehr gut mit kleinen Harnischwelsen wie Ancistrus-, Otocinclus- Arten und andere Saugwelsen sowie auch mit verschiedenen Panzerwelsen oder Dornaugen vergesellschaften. Es gibt aber auch genug andere klein bleibende Fischarten, mit denen man Garnelen halten kann. Kleine Salmler verhalten sich relativ ruhig gegenüber Zwerggarnelen, selbst wenn diese in größeren Gruppen gehalten werden. Ebenso ist es bei allen anderen Fischen, die den Garnelen nicht nachstellen, wie verschiedene kleine Zwergregenbogenfische wie Gabelschwanz oder Geflecktes Blauauge. Auch bei verschiedenen Lebendgebärenden wie Guppys oder Platys, ist eine Vergesellschaftung problemlos möglich. In Vergesellschaftung mit Fischen sollte man aber daran denken, dass der zu erwartende Nachwuchs schwer durchkommen und als Nahrung enden wird.


Garnelen mit Krebsen 

Auch eine Vergesellschaftung mit verschiedenen Cherax Arten klappt meist problemlos. Normalerweise sind Garnelen viel schneller und wendiger als die Krebse mit ihren globigen Scheren. Vielmehr ergänzen sich beide Arten sehr gut miteinander, da die feinen Nahrungsreste die von den Krebsen beim Fressen abfallen, von den Garnelen als Putzkolonne sofort vertilgt werden.

Bei Zwergkrebsen sollte man etwas vorsichtiger sein. Hier hängt es wohl vom Verhalten der einzelen Zwergkrebse ab. Wie bei uns Menschen gibt es auch bei den Zwegkrebsen aggressive und friedliche Exemplare und somit unterschiedliche Aussagen. Bei den einen Aquarianer klappt eine Vergesellschaftung problemlos, beim anderen wiederrum nicht. So oder so können Zwergkrebse unvorsichtige oder geschwächte Garnelen, beispielsweise nach einer Häutung, als Nahrungsquelle betrachten. In einem großen, versteckreich eingerichteten Aquarium mit genügend Bepflanzung ist eine Vergesellschaftung aber durchaus möglich.

Von einer Vergesellschaftung mit Sumpfkrebsen der Arten Procambarus ist auch vorsicht geboten, da diese meist alles mögliche als Nahrung betrachten und auch vor Aquarienpflanzen keinen halt machen. Auch sollte man auf keinen Fall Großarmgarnelen mit Krebsen vergesellschaften, da die Flusskrebse nach einer Häutung den Großarmgarnelen eine große Angrifsfläche bieten und diese attackieren.


Garnelen mit Krabben
und Schnecken

Von einer Haltung Garnelen und Krabben ist grundsätzlich abzuraten. Zum einen benötigen die meisten Krabben, bis auf einige ausnahmen einen Landteil, zum anderen können Krabben blitzschnell zugreifen sobald eine Garnele vor Ihren Scheren sitzt. Zwerggarnelen und Schnecken können problemlos vergesellschaftet werden, vorsicht ist hier aber auch bei Großarmgarnelen geboten die vorallem kleine Schneckenarten oder Jungtiere erbeuten und problemlos mit ihren Greifarmen aus deren Gehäuse ziehen und mit Vorliebe verspeisen.

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