Planarien Drucken E-Mail

PCopyright Kerstin Stankolanarien auch Dugesia gonocephala (Dreieckskopf-Strudelwurm) genannt, sind Fleischfresser und kommen sowohl marin als auch im Süßwasser vor.
 
Sie bevorzugen zwar kühlere Gewässer mit starker Bewegung kommen aber auch häufig in tropischen Aquarien vor. Meist werden sie wie andere Plagegeister durch Zukauf neuer Pflanzen oder durch das Transportwasser neu erworbener Tiere oder Frostfutter, in dem Eier enthalten sind, in das Aquarium eingeschleppt. Deshalb gilt auch hier, Aquarienpflanzen vor Einsetzen zu wässern.

Copyright Kerstin StankoPlanarien sind gut zu erkennen. Sie haben eine glatte, schleimige Hautoberfläche und sind schneckenartig abgeplattet. Meist besitzen sie ein oder zwei Augenpaare und haben einen deutlich erkennbaren dreieckigen oder pfeilspitzenartigem Kopf. Wenn sei sich zusammen ziehen sind sie deutlich kürzer und rundlicher. Sie kriechen oder bewegen sich zusammenziehend und wieder ausstreckend. Tagsüber leben sie eher versteckt unter Wurzeln und im Kies und kommen erst bei Dämmerung aus ihren verstecken.

Copyright Kerstin StankoWenn man eine Planarie im Aquarium entdeckt sollte diese schnellstmöglich mit der Hand entfernt werden und man sollte auf die Menge der Futtergabe achten. So vermehren sie sich nicht extrem und man hält die Population in Grenzen. Bei einem Futterüberangebot vermehren sich die Würmer sehr schnell, welche bei einen Massenauftreten sehr schwer wieder in den Griff zu bekommen sind. Die Aquarieneinrichtung selbst lassen Sie in Ruhe, jedoch können planarien in Massen, frisch gehäuteten Garnelen und Krebsen gefährlich werden ja sogar einen ganzen Bestand ausrotten.
 
Was tun gegen Planarien?
 
Im Internet sind zahlreiche Methoden zu finden um gegen Planarien vorzugehen. Doch was hilft nun wirklich gegen diese Plagegeister?
 
Folgende Methoden haben sich bisher als wenig bis garnicht effektiv herausgestellt:

  1. Absammeln: Hierbei wird der Bestand zwar reduziert, man wird aber nie alle Planarien erwischen und kann den Vorgang 100 mal wiederhohlen.
  2. Sparsam Füttern: verhindert zwar eine explosionsartige Vermehrung jedoch verhungern eher Ihre Garnelen oder Fische.
  3. Makropoden/Fadenfische als Feinde: Man sagt, dass diese Planarien fressen. Dies mag sein. Jedoch ist zu beachten dass sie erst Hungern müssen, bevor sie die "adulten" Parasiten als Futter annehmen.
  4. Hitze: Planarien sterben zwar bei hohen Wassertemperaturen in einem eingerichteten und besetzten Aquarium ist diese Methode jedoch nicht durchführbar.
  5. Salz: Aufsalzen des Aquariumwassers bringt keinen Erfolg, die Tiere sterben nur wenn Sie mit den Salzkörnern in direkten Kontakt kommen.
  6. Strom: Richtig gelesen, taucht immer wieder im Internet auf und soll sich als effektiv erweisen. Strom sucht sich den „kürzesten“ Weg, bei zwei Drähten, die sie ins Wasser halten, wie oft zu lesen ist, könnten Sie nur die Tiere, die zwischen den Drähten durchschwimmen „beeindrucken“.
  7. Essig ins Aquariumwasser: Auch diese Methode wird auf diversen Seiten als erfolgreich angepriesen. Allerdings dezimieren sie hier nicht nur die Planarien im Aquarium! Wer also auf Wasserpflanzen Salat steht.
  8. Knoblauch: Von anderen Aquarianern wird eine Behandlung mit Knoblauch empfohlen. Außer einer stinkenden Wohnung und einer großen Sauerei mit viel Aufwand hilft auch das so gut wie wenig.
  9. Kupfer: Von Anwedung mit kupferhaltigen Medikamenten wie z.B Odinol von JBL sollte man die Finger lassen. Erstens zeigen sich Planarien erst bei 6 Facher angegebener Herstellerdosis davon beindruckt und zweitens sind dann nicht nur die Planarien tod sondern auch alles andere im Aquarium.


Geeignete Behandlungsmöglichkeiten


Flubendazol 5%

Ist ein verschreibungspflichtiges Medikament. Hierbei wird 5g Flubenol auf 100 Liter Wasser aufgelöst. Behandlungsauer eine Woche. Das Medikament selber ist für Garnelen und Krebse nicht giftig, da aber die sterbenden Planarien jedoch ein Zellgift zum Schutz abgeben was in größeren Mengen den Garnelen oder Krebsen den Tod bringen kann, sollte vorher unbedingt  über mehrere Tage so viele Planarien wie möglich abgesaugt werden. Je mehr Planarien vor der Medikamenten- anwendung abgesaugt werden, desto geringer ist die Schädigung des vorhandenen Garnelenbestandes durch die Absonderung des Zellgiftes. Apfel- oder andere Schnecken sollten vor Anwendung mit Flubenol entfernt werden, da diese das Medikament nicht vertragen. Gut versteckte Planarien z.b im Kies oder Planarieneier tötet das Mediakment nicht, weshalb eine Behandlung nach 2 Wochen wiederholt werden muss.

Panacur

Panacur ist ein Medikament dessen Hauptwirkstoff Fenbendazol ist. Fenbendazol ist ein verwandter Wirkstoff des Flubendazol. Beide gehören der Gruppe der sog. Benzimidazole an, sie sind sich also relativ ähnlich. Auch dieses Medikament ist verschreibungspflichtig. Panacur ist sowohl als Suspension als auch in Tablettenform erhältlich. Von der Suspension Lösung 10% wird 1-1,5 ml auf 100 Liter Aquarienwasser gegeben. Von den Tabletten 1/4 Tablette (von den 250mg Tabletten) auf 100 Liter Aquarienwasser. Am zweiten Tag sind bereits weniger Planarien vorhanden am fünften Tag meist keine mehr am Leben. Auch hier tote Planieren möglichst absaugen. Bei der Anwendung mit Panacur kann es in Fischbesetztenbecken zu Problemen mit einigen Fischarten kommen. Daher Fische am besten entfernen.

So wirken beide Medikamente

Fenbendazol hat eine ovizide Wirkung (das heißt es wirkt abtötend auf die Eier von Parasiten), da es die Ausbildung des Spindelapparats und den Stoffwechsel stört!
Bei adulten Würmchen verhindert Panacur den intrazellulärer Transport von Nährstoffen, somit verhungern die Tiere, bzw durch den gestörten Stoffwechsel sterben sie an Energiemangel. Je nach "Wurmart" dauert es bei Panacur 2-4Tage bis zum Tod, bei Flubendazol etwas länger.

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