Probleme bei der Aufzucht durch:


Protozoen, Glockentierchen

Glockentierchen unter einem Mikroskop. Foto: Warren Photographic
Glockentierchen unter einem Mikroskop. Foto: Warren Photographic

Ihre Größe schwankt zwischen 2 und 70 μm. Sie ernähren sich wie andere Protozoen von Bakterien, Mikroorganismen auf den Oberflächen anderer Lebewesen und auch Algen. Protozoen weisen einen ähnlichen Aufbau auf wie die Körperzellen der Wirte, in denen sie sich durch Teilung vermehren. Protozoen wie Mikrosporidiose (Porzellankrankheit), Psorospermium (Parasit bei Flusskrebsen) und die sogenannte Pelzkrankheit (Glockentierchen) haben über Jahre  ein  beträchtliches   Forschungsinteresse

Protozoen, hier Glockentierchen, besiedeln jede Oberfläche, die sich unter Wasser befindet, so auch – wie auf diesem Foto zu sehen – die Eier unserer Garnelen.
Protozoen, hier Glockentierchen, besiedeln jede Oberfläche, die sich unter Wasser befindet, so auch – wie auf diesem Foto zu sehen – die Eier unserer Garnelen.

auf sich gezogen. Die Porzellan- und die Pelzkrankheit sind im fortgeschrittenen Stadium sogar ganz ohne Mikroskop oder mit nur wenigen Hilfsmitteln wie Handlupen nach- weisbar. Protozoen die Stielchen zur Anhaftung besitzen und zu den Gattungen Vorticella, Epistylis, Zoothamnium, Acineta und einigen anderen gehören, sind im Meer-, Brack- und Süßwasser weit verbreitet und besiedeln alle Oberflächen, die sich unter Wasser befinden – so auch die Panzer und Eier der Wirbellosen.

 

Auswirkungen


Bei solch einem massiven befall kann es zu einer Bewegungseinschränkung, Sauerstoffmangel bis hin zum Ersticken kommen.
Bei solch einem massiven befall kann es zu einer Bewegungseinschränkung, Sauerstoffmangel bis hin zum Ersticken kommen.

Glockentierchen sind Krankheitserreger, die als haltungsbe- dingte Störung gel- ten, dass heißt als Erkrankung die im- mer dann auftreten, wenn die Tiere durch mangelhafte Lebens- bedingungen ge- schwächt sind. Sehr häufig sind diese Erkrankungen in organisch belasteten Gewässern zu finden. Obwohl Glockentierchen nicht ins Gewebe eindringen machen sie es den betroffenen Larven schwer sich zu bewegen und zu fressen. Wenn sich die Glockentierchen in großen Mengen auf den Gliedern befinden, ist das Schwimmen für die betroffenen Tiere problematisch. Sie beeinträchtigen  zudem  den  Gasaustausch, da

Eine große Kolonie – eine solche Ansammlungen von Protozoen kann die Larven am Schlupfen hindern.
Eine große Kolonie – eine solche Ansammlungen von Protozoen kann die Larven am Schlupfen hindern.

sie auch at- mungsaktive Ober- flächen der Eier und Larven besiedeln, besonders wenn sie in großen Mengen vorkommen (Foto  links), was zum Sauerstoffmangel bis hin zum Ersticken führen kann. Eine verspätete Häutung führt zum Wachstum unerwünschter  Organismen auf dem  Exoskelett (Außen- panzer).  Je  länger es  also bis zum  Schlüpfen

dauert, desto mehr siedeln  sie sich  auf  der  Oberfläche an  und um so schwerer  fällt die Häutung. Die Häutung kann jedoch den Besiedlungsprozess unterbrechen, da die Protozoen mit der alten Haut abgestoßen werden. Dieser Kreislauf wiederholt sich jedoch, wenn die Ursache nicht behoben wird (siehe bei Übertragung).

 

Diagnose


Garnelenlarve mit Glocken-tierchen befall. Ein starker Befall kann die Larven bei der Häutung behindern.
Garnelenlarve mit Glocken-tierchen befall. Ein starker Befall kann die Larven bei der Häutung behindern.

Gallartige Beläge auf Eiern und Larven, langsames schwim- men der Larven und deren Tendenz sich am Boden aufzu- halten, sind Anzei- chen für einen Befall. Untersuchen Sie Eier oder Larven bei diesen Symptomen unter einer Lupe oder einem Mikroskop und beobachten Sie, ob sich Protozoen jeglicher Form und Zahl auf den Oberflächen angesiedelt haben.

 

Übertragung


Durch das Häuten bekommen die Larven eine neue Haut, die zunächst frei von Protozoen ist, jedoch tritt ein Wiederbefall auf, vor allem wenn

zu viel organisch belastetes Wasser vorhanden ist und die alten befallenen Häute zu lange im Aquarium bleiben.

 

Vorbeugung


Da sich diese Organismen in Wasser mit einem hohen Anteil an organischem Material besonders stark vermehren, sollte das Wasser rechtzeitig gewechselt und der Bodengrund gründlich gereinigt werden, um auf diese Weise die Bakterien- und Nährstoffdichte zu verringern. Vermeiden Sie Überfütterung, um das Wasser sauber zu halten und nicht zu stark zu belasten. Sorgen Sie zudem für eine gute Belüftung des Wassers.


Behandlung


Der beste Weg Glockentierchen zu  behandeln ist die Wasserqualität, wie unter Vorbeugung beschrieben, zu verbessern. Behandeln lässt sich eine Protozoeninfektion direkt mit Malachitgrünoxalat oder mit Malachitgrünoxalat enthaltenden Medikamenten wie JBL Fungol oder Esha 2000. Im Handel gibt es mittlerweile auch spezielle Medikamente gegen Protozoen auf natürlicher Basis wie z. B. Endobakt-Aktiv.
Zur Behandlung die vom Hersteller angegebene Dosis beachten.

Alternativ kann man auch 0,37 g Methylenblau und 0,37g Malachitgrün in 100ml 37%igem Formalin lösen. Hiervon gibt man 1,2ml der Lösung auf 100 l Wasser, über mehrere Tage nachdosiert.




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