Krankheiten bei Garnelen - Aquaristik


Pelzkrankheit - Cilliaten, Epistylis, Glocken-,Trompetentierchen

Glockentierchen treten in kleinen Kolonien oder auch vereinzelt als Stäbchen auf. Bei geeigneten Umweltbedingungen können diese sogar den Wasseraustausch in den Kiemen einschränken.
Glockentierchen treten in kleinen Kolonien oder auch vereinzelt als Stäbchen auf. Bei geeigneten Umweltbedingungen können diese sogar den Wasseraustausch in den Kiemen einschränken.

Die Pelzkrankheit, oft auch als falsche Pilzkrankheit bezeichnet, wird durch festsitzende Wimperntierchen (Ciliaten) die wie eine flaumige Schicht auf der Oberfläche von Schalentieren und Fischen liegen, hervorgerufen. Wimpertierchen sind einzellige Mikroorganismen und zählen zur Gruppe der Protozoen. Viele verschiedene Arten sind in jedem Aquarium zu finden  und stellen bei geringem Auftreten keine Gefahr für Garnelen dar. Sie benutzen den Panzer der Krebstiere, um sich daran festzuhalten und sich so von Bakterien und Partikeln im Wasser zu ernähren. Ihre Länge beträgt zwischen 10 μm und 0,1 mm. Bei bestimmten Arten wei z. B. den Trompetentierchen oder Zoothamnium kann die  die Länge sogar bis zu 2 Millimeter werden und sind auch mit bloßem Auge sichtbar.

Zu den bei Garnelen und Krebsen am häufigsten auftretenden Wimpertierchen zählt die Familie der Glockentierchen (Vorticellidae) mit der Gattung Vorticella (bis über 0,1 Millimeter lang) oder die Familie Epistylida mit der Gattung Epistylis die 10 μm bis 2 mm  groß werden.

Ebenso die mit den Glockentierchen verwandte Familie Zoothamniidae mit der Gatttung Zoothamnium die 50 bis 120 μm groß werden und die hauptsächlich im Meer- und Brackwasser leben, können auch im Süßwasser vorkommen.

Das Nahrungsspektrum der Wimpertierchen ist vielseitig: Viele ernähren sich von Bakterien und winzigen Schwebeteilchen, andere von Algen oder Pilzen, etliche leben räuberisch und fressen andere Wimpertierchen. Einige sind Parasiten und können durch eine Massenvermehrung, bedingt durch schlechte Haltungsbedingungen, erhebliche Probleme verursachen.

 

Ursachen von Protozoen


Festsitzende Wimperntier- chen, hier Zoothamnium,  auf der Aquariumscheibe sind ein Indiz für organisch belastetes Wasser. Foto: I. Rieck
Festsitzende Wimperntier- chen, hier Zoothamnium, auf der Aquariumscheibe sind ein Indiz für organisch belastetes Wasser. Foto: I. Rieck

Glockentierchen wie Epistylis sp. sind Krankheitserreger, die als haltungs- bedingte Störung gelten, das heißt als Erkrankung, die im- mer dann auftreten kann, wenn die Tiere durch mangelhafte Lebensbedingungen geschwächt sind. Sehr häufig sind Glockentierchen auf dem Panzer von Tieren in organisch belasteten Gewässern zu finden, bestimmte Arten kommen aber auch nur in sauberen sauerstoffreichen Gewässern vor.  Wenn Glockentierchen in großem  Umfang auftreten, wird dies als Indiz für eine hohe Ansammlung von Abfallstoffen, niedrigem Sauerstoffgehalt und schlechter Wasserqualität im Aquarium angesehen. Außerdem vermehren sich Protozoen vor allem in warmen Gewässern.

Symptome


Glockentierchen bei einer Fächergarnele. Bei solch einem massiven Befall kann es zu Häutungsproblemen oder zum Erstickungstod kommen. Foto: Salem
Glockentierchen bei einer Fächergarnele. Bei solch einem massiven Befall kann es zu Häutungsproblemen oder zum Erstickungstod kommen. Foto: Salem

Glockentierchen tre- ten in kleinen Kolo- nien als flaumiger, grau-weißer, geleear- tiger Belag oder als einzelne Stäbchen auf dem Panzer oder im Kopfbereich der Schalentiere auf. Die bereits im Anfangs-stadium mit bloßem Auge gut zu erkennenenden Wimpertierchen sind im Normalfall für Garnelen und Krebse harmlos, bis sie sich so weit ausbreiten, dass sie den Wasseraustausch in den Kiemen einschränken und zum Ersticken führen können (siehe Bild einer Fächergarnele oben rechts). Sie haften meist mit einem spiralig-beweglichen Stiel am Untergrund. Unter bestimmten Bedingungen können sich Glockentierchen auch vom Stiel ablösen, auf Wanderschaft gehen bzw. schwimmen und so andere Garnelen besiedeln.

 

Vorbeugen


Da sich diese Organismen in Wasser mit einem hohen Anteil an organischem Material besonders stark vermehren, sollte das Wasser rechtzeitig gewechselt und der Bodengrund gründlich gereinigt werden, um auf diese Weise die Nährstoffdichte zu verringern. Vermeiden Sie Überfütterung, um das Wasser sauber zu halten und nicht zu stark zu belasten. Sorgen Sie zudem für eine gute Belüftung des Wassers.

 

Behandlung


Glockentierchen treten in Kolonien, kleines Bild, oder als einzelene Stäbchen, großes Bild, auf.
Glockentierchen treten in Kolonien, kleines Bild, oder als einzelene Stäbchen, großes Bild, auf.

Der beste Weg, Epistylis-Infektionen zu behandeln, ist die Wasserqualität zu verbessern und einen 80%igen Wasser- wechsel über meh- rere Tage lang durch-zuführen, umso die Bakterien- und Nährstoffdichte zu verringern. Wenn die Bakteriendichte im Wasser zurück-gegangen ist, verschwinden die Glockentierchen meist von alleine. Geben Sie Endobakt-Aktiv zu. Dies reduziert auf 100% natürliche Weise die Keimdichte im Aquarium und wirkt gegen Endo- und Ektoparasiten wie z.B Glockentier- chen. Um Glockentierchen vorzubeugen neh- men Sie einen regelmäßigen wöchentlichen Wasserwechsel vor. Bei starkem Befall kann eine Behandlung mit einem Malachitgrünoxalat enthaltenden Medikament gegen Ichthyo, bei- spielsweise JBL Punktol, oder Esha Exit, erfolgen. Bitte beachten Sie auch die Hinweise im Umgang mit Medikamenten.


Weitere Symptombilder Wimpertierchen


Amano-Garnele befall mit Zoothamnium, mit Glockentierchen verwandte Wimperntierchen.
Amano-Garnele befall mit Zoothamnium, mit Glockentierchen verwandte Wimperntierchen.
Epistylis auch auf einem australischem Flusskrebs.
Epistylis auch auf einem australischem Flusskrebs.
Glockentierchen auf einem europäi- schen Flusskreps Astacus astacus.
Glockentierchen auf einem europäi- schen Flusskreps Astacus astacus.
Glockentier Kolonien an den Antennen, Schreitenbeinen und den Schwimmbeinen einer Red Cherry.
Glockentier Kolonien an den Antennen, Schreitenbeinen und den Schwimmbeinen einer Red Cherry.
Epistylis 100 fach vergrößert. Foto: Dr. Gerald Bassleer.
Epistylis 100 fach vergrößert. Foto: Dr. Gerald Bassleer.
Eine Infektion mit Glockentierchen erinnert optisch stark an Verpilzung.
Eine Infektion mit Glockentierchen erinnert optisch stark an Verpilzung.
Sehr häufig sind Cilliaten auf dem Panzer von Tieren in organisch belasteten Gewässern zu finden.
Sehr häufig sind Cilliaten auf dem Panzer von Tieren in organisch belasteten Gewässern zu finden.
Glockentierchen als Sekundär- infektion an den Stielaugen.
Glockentierchen als Sekundär- infektion an den Stielaugen.
Glockentierchen unter dem Mikros- kop betrachtet. Foto: Waren Photog.
Glockentierchen unter dem Mikros- kop betrachtet. Foto: Waren Photog.



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