Krankheiten bei Wasserschnecken


Schneckenparasiten

Schnecken können sehr lange mit vielen Parasiten leben. Foto: Michael Wolfinger
Schnecken können sehr lange mit vielen Parasiten leben. Foto: Michael Wolfinger

Es gibt verschiedene Parasiten, die Schnecken als Zwischenwirte nutzen wie zum Beispiel Schneckenegel, Würmer oder Einzeller. Allerdings sind Schnecken relativ resistent gegen viele dieser Parasiten und können sehr lange mit diesen leben.

 

Fadenwürmer


Als Zwischenwirt dienen dem Rattenwurm verschiedene Schnecken und Krabben. Foto: Wikepedia
Als Zwischenwirt dienen dem Rattenwurm verschiedene Schnecken und Krabben. Foto: Wikepedia

Der Fademwurm Angio-strongylus cantonensis, auch bekannt als Rattenwurm, nutzt Schnecken als Zwischen- wirt um seinen Lebens-zyklus zu vollenden.

Dieser Parasit, der die Ratte als wichtigsten Wirt nutzt, kann auch Menschen infizieren wenn Schnecken roh konsumiert werden. In seltenen Fällen kann diese Infektion zu Eosinophiler meningonen-cephalitis führen, was zu schweren neurologischen Störungen und sogar zum Tod führen kann. Aber keine Sorge, wenn Sie Ihre Schnecke aus einem Zooladen kaufen, ist der einzige Weg, wie die Schnecke infiziert werden kann, das Leben im Wasser mit infizierten Nagetieren (Ratten oder Mäusen). Und selbst dann müssten Sie das Wasser trinken oder die Schnecke essen oder die Wasserpflanzen auf welche sich die Parasiten heften um nach Beendigung ihres Lebenszyklus in den Schnecken, dort darauf warten von ihrem Hauptwirt gegessen zu werden. 

Die männlichen Tiere besitzen eine Art Beutel, mit dem sich das Männchen am Weibchen festklammert. Es besteht ein Geschlechtsdimor-phismus, die Weibchen werden 25 bis 33 mm lang, die Männchen hingegen nur 15 bis 19 mm. Der Körper ist von einem s-förmigen schwarzen Band durchzogen, das den Darm und den Uterus darstellt.

Wenn Sie vermuten, dass Ihre Schnecke infiziert ist, halten Sie sie fern von ihrem Hauptwirt. Dies unterbricht den Lebenszyklus des Parasiten und er stirbt ab. Beachten Sie, dass es sehr lange dauern kann, da viele Parasiten in der Lage sind, mehrere Generationen in ihrem Zwischenwirt zu überleben. Warten Sie besser bis die Schnecke ihre Eier gelegt hat und machen Sie weiter mit den jungen, nicht infizierten Schnecken.

 

Borstenbauchwürmer


Posthonschnecke (Planorbarius corneus) mit Pelz aus Chaetogaster limnaei.
Posthonschnecke (Planorbarius corneus) mit Pelz aus Chaetogaster limnaei.

Die Gattung Chaeto-gaster (deutsch Bauchborstenwurm)  gehört zu den Ringel- würmern (Annelida). Sie wird zur Familie der Naididae aus der Ordnung der Wenig- borster (Oligochaeta) gestellt; innerhalb der Naididae gehört sie zur Unterfamilie der alt Naidinae. Es handelt sich um ca. 2-25 mm lange durchsichtige aquatisch lebende Würmer, die teilweise in Folge ungeschlechtlicher Vermehrung auffällige Tierketten bilden und im Süßwasser häufig vor-

kommen. Eine Besonderheit stellt die Art Ch. limnaei dar, die in zwei "Unterarten" vorkommt, die sich deutlich in ihrer Lebensweise unterscheiden. Die eine Unterart ernährt sich parasitisch in Innern von Schnecken (Ch. l. vaughini) und befällt auch nur Schnecken ab einer bestimmten Mindestgröße. Sie ernährt sich offenbar überwiegend von Nierenzellen der Wirtsschnecke. Die andere Unterart (Ch. l. limnaei) heftet sich an der Außenseite der Schnecken (z.B. der Gattungen Lymnaea, Physa, Ancylus oder Australorbis) am Weichkörper und an der Innenseite der Schale fest und kann sich dort frei bewegen (sog. Epökie). Sie konsumiert verschiedene Kleinorganismen, die sie von ihrem Wirt aus durch Einsaugen fangen kann, wobei außer z.B. Rotatorien und Algen auch Cerkarien und Miracidien (Larven von Saugwürmern) zu ihrer Nahrung zählen. Verschiedentlich wurde der ökologische Zusammenhang dieser gleichsam biologischen Parasitenbekämpfung untersucht. Er scheint unterschiedlich stark ausgeprägt zu sein, lässt sich aber offensichtlich nicht praktisch anwenden. Manchmal wird die Unterart Ch. l. limnaei auch auf Süßwassermuscheln gefunden. Die Unterart Ch. l. limnaei verlässt dabei im Spätsommer/Herbst ihren Wirt (die Schnecke), geht zum freien Leben im Gewässer über und befällt im Frühjahr neue Schneckenindividuen.

 

Schneckenegel


Schneckenegel. Im Gegensatz zu Planarien hat der Schenckeneegel keinen dreieckigen Kopf, sondern ist vorne abgerundet. Foto: Wilstermann-Hildebrand
Schneckenegel. Im Gegensatz zu Planarien hat der Schenckeneegel keinen dreieckigen Kopf, sondern ist vorne abgerundet. Foto: Wilstermann-Hildebrand

Der knorpelig-feste und stark abgeflachte Körper des Großen Schneckenegels wird bis zu drei Zentimeter lang und maximal einen Zentimeter breit. Er besitzt drei Augenpaare die hintereinander liegen und manchmal teilweise miteinander verschmolzen sein können. Der Rücken ist variabel bräunlich oder grünlich gefärbt und weist sechs Längsleisten mit gelben Warzen auf jedem dritten Ringel auf. Der vordere Saugnapf ist im Vergleich zum hinteren sehr klein. Bei Gefahr oder Beunruhigung rollt sich das Tier kugelförmig zusammen. 

Der Große Schneckenegel saugt hauptsächlich an Schnecken und Würmern. Seltener dienen auch weichhäutige Larven von Insekten (beispielsweise Mücken) zur Ernährung. Der Saugrüssel wird in den Weichkörper der Beute gebohrt. Schneckenegel schwimmen nicht, sondern bewegen sich mit ihren beiden Saugnäpfen auf dem Untergrund vorwärts. Die Art betreibt Brutpflege, indem das Weibchen den auf einer Unterlage befestigten Eikokon mit seinem Körper abschirmt und diesem Frischwasser zufächelt. Die geschlüpften Jungtiere heften sich an den Bauch der sich nun erst mit ihren Saugnäpfen wieder vom Brutplatz lösenden Mutter. 

Beim verwandten und oft vergesellschaftet vorkommenden kleinen Schneckenegel (Alboglossiphonia heteroclita) wird dagegen bereits der Eikokon am Bauch des Muttertieres angeklebt und mitgeführt. Diese Art ist deutlich kleiner und hellgelb- oder hellgrau-durchscheinend.




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