Schädlinge und Plagegeister


Muschelkrebse - Ostrakoden

Muschelkrebse sind neben den Wasserasseln die einzigen bekannten parasitischen Arthropoden, die bei Garnelen vorkommen. Foto: Marc Kuhlmeier
Muschelkrebse sind neben den Wasserasseln die einzigen bekannten parasitischen Arthropoden, die bei Garnelen vorkommen. Foto: Marc Kuhlmeier

Muschelkrebse (Ostracoda) sind im Meer- und Süßwasser mit ca. 6000 Arten verbreitet. Sie ernähren sich sowohl räuberisch (parasitär) als auch von Pflanzen. Die meisten der 6000 Arten sind getrenntgeschlechtlich, einige davon aber auch  parthenogenetisch.  Ihre  Segmentzahl ist

Ostrakoden (Ostracoda) oder Muschelkrebse sind kleine, meist zwischen 0,5 und 2 mm große Krebstiere. Die größten Arten erreichen bis zu 3 cm Körperlänge. Foto: Marc Kuhlmeier
Ostrakoden (Ostracoda) oder Muschelkrebse sind kleine, meist zwischen 0,5 und 2 mm große Krebstiere. Die größten Arten erreichen bis zu 3 cm Körperlänge. Foto: Marc Kuhlmeier

reduziert, sodass sie nur noch fünf bis sieben Extremitäten- paare einschließlich der Antennen besit- zen. Zusammen mit den Copepoda sind sie ein Bestandteil des limnischen und marinen Planktons. Man kennt heute tausende ausgestorbener Arten, über 10 000 fossile Arten wurden beschrieben. Muschelkrebse sind neben den Wasserasseln die einzigen bekannten parasitischen Arthropoden, die bei Garnelen vorkommen. Sie leben gewöhnlich im Bodengrund oder freischwimmend im Wasser und ernähren sich hauptsächlich von Futterresten und Algenbewuchs – auch auf Crustaceenpanzern oder Schneckenhäusern. Teilweise leben Ostrakoden als Kommensalen an Krebsen, so haften zum Beispiel Arten der Gattung Entocythere an Kiemen und Gliedmaßen der in Amerika vorkommenden Gattung Cambarus (Flusskrebse). In geringer Anzahl und je nach Art stellen sie kein Problem für Garnelen und Schnecken in der Aquaristik dar. Treten Muschelkrebse jedoch vermehrt auf und  werden  in  einem  Aquarium

Muschelkrebse sitzen in dicht schließenden, zweiklappigen Schalen. Werden sie gestört, schließen sie ihre Schalen und sinken auf den Boden. Foto: Wikepedia
Muschelkrebse sitzen in dicht schließenden, zweiklappigen Schalen. Werden sie gestört, schließen sie ihre Schalen und sinken auf den Boden. Foto: Wikepedia

zur Plage, so kann dies bei den Garnelen und Schnecken zu Stress führen, vor allem wenn diese die Panzer und Gehäuse in Massen besiedeln.

Die Folge: die Schnecken ziehen sich in ihr Gehäuse zurück und werden inaktiv, was zum Tod führen kann. Bei Garnelen kann es stressbedingt durch die Belagerung zu Immunschwäche und Häutungsproblemen kommen. Je nach Art der Muschelkrebse können  diese auch kleinen Garnelen gefährlich werden. Viele Muschelkrebse  gehören auch  zu

den Aasfressern und besiedeln schnell in Massen verstorbene Garnelen oder Schnecken. Zwei Gattungen kommen als Epikommensalen auf der Oberfläche und in den Kiemenkammern bei verschiedenen Crustaceen vor: Enthocytherinae (in Nord- und Zentralamerika) und Notocytherinae (in Australien) treten bei Cherax tenuimanus, Cherax destructor, Notocyther syssitos und

Heute leben schätzungsweise 10.000 bis 15.000 verschiedene Arten von Ostrakoden. Foto: Dr. Jürgen Schmidt
Heute leben schätzungsweise 10.000 bis 15.000 verschiedene Arten von Ostrakoden. Foto: Dr. Jürgen Schmidt

Notocyther mirrantia auf. Die Muschel-krebse kleben entwe- der an Kiemen- blättchen fest oder sitzen in kleinen Gruben im Exoskelett ihres Wirts. Muschel-krebse können Wurmlarven (Cercarien digener Trematoden) enthalten und so ihren Wirt mit den Parasiten infizieren. Aufgrund ihres Sitzes an den Kiemenfilamenten können sie bei massivem Auftreten die Kiemenfunktion behindern.

 

Behandlung


Muschelkrebse vermehren sich nur in nährstoffreichem Wasser. Foto: Wikepedia
Muschelkrebse vermehren sich nur in nährstoffreichem Wasser. Foto: Wikepedia

Muschelkrebse sitzen in dicht schließenden, zweiklappigen Scha- len. Werden sie gestört, schließen sie ihre Schalen und sinken auf den Boden. In ihren Gehäusen sind sie so gut geschützt, dass sie bei Wasserknappheit nicht einmal austrocknen würden. Auch bei einem Medikamenteneinsatz verschließen sie sich und können so überleben, was zeigt, dass sie auch mit handelsüblichen Medikamenten nicht auszurotten sind, zumindest nicht ohne dabei auch die Garnelen und Schnecken zu gefährden. Muschelkrebse vermehren sich nur in nährstoffreichem Wasser. Bei geringer Fütterung und regelmäßigen großzügigen Wasserwechsel verschwinden die Krebse mit der Zeit von selbst wieder. Eine andere Möglichkeit  Muschelkrebse zu bekämpfen besteht darin, kleine Fische einzusetzen, zum Beispiel einen kleinen Schwarm (zehn bis zwölf Fische) Leopard- oder Zebrabärblinge, auch Perlhuhnbärblinge, Guppys und Zwergkugelfische fressen gerne Muschelkrebse. Aber Vorsicht – auch Junggarnelen werden dabei nicht verschont!




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