Vergiftungen


Vergiftungen durch Oxalsäure

Anubien und Cryptocorynen ungeeignete Aquarienpflanzen für Garnelen und Flusskrebse? Keineswegs! Foto: Michael Wolfinger
Anubien und Cryptocorynen ungeeignete Aquarienpflanzen für Garnelen und Flusskrebse? Keineswegs! Foto: Michael Wolfinger

Anubien und Cryptocorynen müssen seit den Anfängen der Garnelenhaltung immer wieder als "böse" Aquarienpflanzen herhalten die durch Ihre Oxalsäure unschuldige Garnelen und Krebse im Aquarium töten.

Hierbei handelt es sich um ein umstrittenes Gerücht, das seit den Anfängen der Garnelenpflege von einem Garnelenhalter, dessen Garnelen nach dem Einsetzen von Anubien und Cryptocorynen starben, verbreitet wurde und seither immer wieder im Internet kursiert und diskutiert wird.

Anubien und Cryptocorynen sollen bei Verletzungen, Rückschnitt der Blätter und Teilung der Pflanzen, was oft vor dem Einsetzen der Pflanzen geschieht, um Steinwolle oder beschädigte Blätter zu entfernen, Oxalsäure (die für Garnelen giftig sein soll) in das Wasser abgeben.

Es ist richtig, dass Aronstabgewächse, zu denen auch Cryptocorynen und Anubien gehören, nach Verletzung oder Rückschnitt der Blätter Oxalsäure an das Wasser abgeben.  Allerdings

handelt es sich um so geringe Mengen, dass die austretende Oxalsäure so sehr verdünnt wird, dass sie keine Auswirkung auf Garnelen haben kann. 

Ein eigener Test, bei dem wir mehrere Anubien in einem Mixer zerkleinerten und den daraus entstandenen Saft in ein 54 Liter-Aquarium mit verschiedenen Garnelen gaben, bewirkte keinerlei Ausfälle oder auch nur Anzeichen einer Vergiftung, obwohl hier die Konzentration um ein 1000faches höher lag als nach einem Rückschnitt einiger Blätter.

Bei den Folgen, die in diesem seit Jahren kursierenden Gerücht geschildert werden, handelt es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um die Wirkung nicht vorgewässerter Pflanzen, die Dünger- oder Schädlingsbekämpfungs-mittelrückstände enthielten und dadurch das Garnelensterben auslösten.

Anubien stellen in einem Garnelenaquarium, wie andere Wasserpflanzen auch, nach einer gründlichen Wässerung kein Problem für Garnelen und Flusskrebse dar!




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